Uff, ich bin -mal wieder- schockiert und beeindruckt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man nur Dinge macht, die unterhaltsam, anders, neu, schön sind. Es kommt mir vor, als wäre ich gestern hier angekommen und dann schau ich auf die Uhr und stelle fest, dass ich in genau 48 Stunden wieder auf deutschem Boden sein werde. Dauerhaft. Vermutlich. Komisches Gefühl.
| Yeah-Schulflagge ESFRL |
| Verabschiedung durch die Direktorin |
Den
Abschied von der Schule und den Kollegen hab ich bereits am 15. Juni
mit einem wunderbaren Abschiedsdinner und Tränen hinter mich gebracht.
Es war wirklich sehr beruhigend und schön für mich zu hören, dass alle
mit meiner Arbeit sehr zufrieden waren und mich gerne wiedersehen
würden. Auf all die lieben Einladungen werde ich sicher zurückkommen -
vocês não preocupam ;-) Großartig war, dass Anne mich in den letzten
Schultagen hier besuchen kam und mir fleißig beim Lebkuchenherzenbacken
geholfen hat. Danach sind wir dann auch gleich in unseren Urlaub
abgedüst. Da das Wetter nich so war wie erhofft, ließen wir uns so ein
bisschen von unserer Intuition und Lust und Laune leiten. Zunächst ging
es an einen meiner Lieblingsorte hier in Portugal: Monsanto im Serra
Estrela. In der Nähe dort fanden wir auch ein schönes Seeplätzchen zum
Wildcampen. Dann weiter ins spanische Tübingen - Salamanca. Eine tolle
Stadt, die für uns aber leider ein bissl durch die
Touri-ausnehm-Geldgier der Spanier überschattet wurde. Da leider auch
die versprochenene Campingplätze nich auffindbar waren, verzogen wir uns
genervt ins Spanisch-Portugiesische Hinterland und wurden prompt mit
einem paradiesischen Örtchen entschädigt, dessen Name ich euch gerne mal
unter vier Augen als Geheimtipp anvertraue, aber nich hier im Internet
rausposaunen werde :-D Dort konnten wir auch endlich unserer Wanderslust
nachkommen, Natur genießen, baden und Mückenstiche sammeln. Von dort
aus war es dann ein Katzensprung in den hochgelobten Gerês-Nationalpark,
der für uns aber leider nur Regen und geschlossene Campingplätze
bereithielt. So ungefähr ging dann unsere Reise kontinuierlich weiter:
Enttäuschung-Entschädigung-Enttäuschung usw. Es war aber dennoch eine
tolle Reise an verwunschene und unberührte Orte und ein weiteres Kapitel
in unserer langjährigen Travelmate-Geschichte. Danke Anne! Hier ein
paar Foti:
| wunderbarer Sonnenuntergang in P.d.S. (Geheimtipp! :-) ) |
| Störche im spanischen Nirgendwo |
| Wilder Lavendel in der Sierra da Francia |
| Liva und ich Nos Filipes |
Nach dieser (auch geld-) aufwendigen Reiserei wollte ich eigentlich noch meine begonnen Pilgerreise nach Santiago beenden, aber dummerweise verletzte ich mir zwei Tage vor dem Abmarsch meinen Fuß. Ich nehme an, es war ein Wink des Schicksals, dass ich die letzten Tage lieber hier in Leiria verbringen soll und irgendwann wiederkehren soll, um die begonnene Wanderung zu beenden. Darum genoss ich noch die gemeinsame Zeit mit der besten Mitbewohnerin aller Zeiten und engsten "Leidensgenossin", Liva, treffe mich fast täglich mit Kollegen, gehe an den Strand und mache mir Gedanken um die beste Kofferpacktechnik.
Mein Jahr hier in Portugal ist jetzt zu Ende und ich bereue nichts! Es war eine gute Entscheidung hierher zu kommen, auch wenn mich dieser Auslandsaufenthalt um ein Studienjahr zurückwirft. Ich habe im Gegenzug unbezahlbare Erfahrungen gemacht, Freizeit und Freiheit genossen, neue Freunde gewonnen, Dinge gemacht, für die sonst nie Zeit war, eine neue Sprache gelernt (naja, so halbwegs zumindest) und ein wunderschönes Land kennenlernen dürfen. Ich werde sehr vieles vermissen, wenn ich wieder in Deutschland bin, aber freue mich auch schon wie bolle auf euch alle!!!
Tja, mein Abenteuer geht hier wohl zu Ende...
Até logo e Um forte abraco