Montag, 9. Juli 2012

Despedida...Adeus Portugal!

Uff, ich bin -mal wieder- schockiert und beeindruckt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man nur Dinge macht, die unterhaltsam, anders, neu, schön sind. Es kommt mir vor, als wäre ich gestern hier angekommen und dann schau ich auf die Uhr und stelle fest, dass ich in genau 48 Stunden wieder auf deutschem Boden sein werde. Dauerhaft. Vermutlich. Komisches Gefühl.
Yeah-Schulflagge ESFRL
Verabschiedung durch die Direktorin
Den Abschied von der Schule und den Kollegen hab ich bereits am 15. Juni mit einem wunderbaren Abschiedsdinner und Tränen hinter mich gebracht. Es war wirklich sehr beruhigend und schön für mich zu hören, dass alle mit meiner Arbeit sehr zufrieden waren und mich gerne wiedersehen würden. Auf all die lieben Einladungen werde ich sicher zurückkommen - vocês não preocupam ;-) Großartig war, dass Anne mich in den letzten Schultagen hier besuchen kam und mir fleißig beim Lebkuchenherzenbacken geholfen hat. Danach sind wir dann auch gleich in unseren Urlaub abgedüst. Da das Wetter nich so war wie erhofft, ließen wir uns so ein bisschen von unserer Intuition und Lust und Laune leiten. Zunächst ging es an einen meiner Lieblingsorte hier in Portugal: Monsanto im Serra Estrela. In der Nähe dort fanden wir auch ein schönes Seeplätzchen zum Wildcampen. Dann weiter ins spanische Tübingen - Salamanca. Eine tolle Stadt, die für uns aber leider ein bissl durch die Touri-ausnehm-Geldgier der Spanier überschattet wurde. Da leider auch die versprochenene Campingplätze nich auffindbar waren, verzogen wir uns genervt ins Spanisch-Portugiesische Hinterland und wurden prompt mit einem paradiesischen Örtchen entschädigt, dessen Name ich euch gerne mal unter vier Augen als Geheimtipp anvertraue, aber nich hier im Internet rausposaunen werde :-D Dort konnten wir auch endlich unserer Wanderslust nachkommen, Natur genießen, baden und Mückenstiche sammeln. Von dort aus war es dann ein Katzensprung in den hochgelobten Gerês-Nationalpark, der für uns aber leider nur Regen und geschlossene Campingplätze bereithielt. So ungefähr ging dann unsere Reise kontinuierlich weiter: Enttäuschung-Entschädigung-Enttäuschung usw. Es war aber dennoch eine tolle Reise an verwunschene und unberührte Orte und ein weiteres Kapitel in unserer langjährigen Travelmate-Geschichte. Danke Anne! Hier ein paar Foti:




wunderbarer Sonnenuntergang in P.d.S. (Geheimtipp! :-) )
Störche im spanischen Nirgendwo
Wilder Lavendel in der Sierra da Francia








Liva und ich Nos Filipes
Nach dieser (auch geld-) aufwendigen Reiserei wollte ich eigentlich noch meine begonnen Pilgerreise nach Santiago beenden, aber dummerweise verletzte ich mir zwei Tage vor dem Abmarsch meinen Fuß. Ich nehme an, es war ein Wink des Schicksals, dass ich die letzten Tage lieber hier in Leiria verbringen soll und irgendwann wiederkehren soll, um die begonnene Wanderung zu beenden. Darum genoss ich noch die gemeinsame Zeit mit der besten Mitbewohnerin aller Zeiten und engsten "Leidensgenossin", Liva, treffe mich fast täglich mit Kollegen, gehe an den Strand und mache mir Gedanken um die beste Kofferpacktechnik. 

Mein Jahr hier in Portugal ist jetzt zu Ende und ich bereue nichts! Es war eine gute Entscheidung hierher zu kommen, auch wenn mich dieser Auslandsaufenthalt um ein Studienjahr zurückwirft. Ich habe im Gegenzug unbezahlbare Erfahrungen gemacht, Freizeit und Freiheit genossen, neue Freunde gewonnen, Dinge gemacht, für die sonst nie Zeit war, eine neue Sprache gelernt (naja, so halbwegs zumindest) und ein wunderschönes Land kennenlernen dürfen. Ich werde sehr vieles vermissen, wenn ich wieder in Deutschland bin, aber freue mich auch schon wie bolle auf euch alle!!!
Tja, mein Abenteuer geht hier wohl zu Ende... 
Até logo e Um forte abraco

Fischerboot in Praia da Vieira
Sonntagessen: Sardinhas Assadas frisch ausm Meer!
Eure Mirjam (wahlweise auch Maria oder Catharina :-) )

Samstag, 14. April 2012

Was gibt' s denn da zu gucken?


Willkommen in Portugal
Hoffentlich hattet ihr alle ein schönes Osterfest mit lecker Essen, lieben Menschen und vielleicht ein paar Ferientagen! Ich hatte vor Ostern zwei Wochen Schulferien, in denen ich den ersten „Besucheransturm“ bewältigte. Erst war Alex für eine viel zu kurze Woche hier und wir haben zum ersten Mal unsere Geburtstage am Strand gefeiert und im fliegenden Wechsel flogen dann in der zweiten Woche meine Eltern hier ein (irgendwas stimmt nicht in dem Satz, aber ich komm nicht drauf was und ihr wisst ja, was ich meine, não?). Zu viert waren wir in Lissabon in einem sehr schicken Fado-Restaurant mit wirklich guten, authentischen Fadomusikern. (Für die, die jetzt gerne Wikipedia öffnen würden, um nachzulesen, was genau Fado ist, hier ein Link, der in diesem Fall wohl besser geeignet ist: http://www.youtube.com/watch?v=1YriVM8sC7M). Mit den Eltern hab ich dann noch ein bisschen Sintra und den Norden Portugals unsicher gemacht, aber die Einzelheiten dieser schönen Reise sind bei den Beteiligten selbst zu erfragen. Heute wollte ich nämlich etwas ganz anderes machen. Eine Art Reiseführer über meine neue Zweitheimat für all jene, die mich besuchen werden zur Vorbereitung, für die, die noch unentschlossen sind als kleiner Schubser in die richtige Richtung, und für die, die leider nicht nach Portugal kommen können zur besseren Vorstellung, was es hier denn überhaupt zu sehen gibt.
Ursprung des Lís

Beginnen wir unsere Reise also in meinem Wohnort. Leiria. Ein kleines Städtchen im Zentrum Portugals mit ungewisser Einwohnerzahl, aber mit allem, was man so zum Leben braucht. Einer Praca mit Cafés und Bars, einer Kathedrale ohne Glockenturm, dieser steht nämlich am Eingang zur Burg, ganz nebenbei bemerkt die in meinen Augen perfekteste Burgruine Portugals, einem EM-Stadion (steht zum Verkauf - hat jemand Interesse?) einem Flüsschen (eigentlich sind's der Balance wegen zwei: Lís und Lena - Yin und Yang sozusagen) mit Promenade, einem hässlichen Monster- Shoppingcenter und der wichtigsten Institution überhaupt: einem Busbahnhof!
Denn obwohl Leiria ungefähr so bedeutend ist wie Anweiler in der Pfalz, kennt fast jeder Portugiese unsere Cidade, dank der wirklich zentralen Lage im Land. Mehr oder weniger auf halber Strecke zwischen Porto und Lissabon, sowie in unmittelbarer Nähe einiger sehr bedeutender Orte (siehe unten) ist Leiria der ideale Ausgangspunkt für eine Komplett-Erkundung Portugals! (Das könnt jetzt wirklich in 'nem Reiseführer stehen, gell? :-) )

Praia de Baleal
Mosteiro de Batalha
Im Umkreis von ca. 30 km können wir viele schöne Ausflüge unternehmen, die jeden Geschmack ansprechen. Zunächst stehen für die Sonnenanbeter und Atlantikfans mehrere Strände zur Verfügung. Als Hausstrand (und laut echtem Reiseführer ein Geheimtipp...aha) könnte man wohl am ehesten São Pedro de Moel bezeichnen. Ein kleiner Sandstrand mit wenig Surfern, typisch portugiesischer Steilküste und einem niedlichen Ort mit seltsamen „Schwarzwaldhäusern“. Etwas südlicher kommen wir nach Nazaré. Dort gibt eine sehr hohe Klippe mit Leuchtturm, an die riesige Wellen klatschen. Hier am Nordstrand von Nazaré fand letzten November auch der unglaubliche Weltrekordsurf (30 m Welle) von Garrett McNamara statt http://www.youtube.com/watch?v=LholQcnd3uQ. Dementsprechend viele Surfer sind hier zu finden, aber auch ein wenig gaga anmutende ältere Frauen, die Nüsse und Trockenobst verkaufen und sieben Röcke übereinander tragen. Nach so viel Sonne möchte man sich vielleicht in einem kühlen Gebäude ausruhen. Dazu bieten sich hervorragend die beiden Klöster Batalha und Alcobaça an, die beide Unesco Weltkulturerbe sind und deren Kreuzgänge und Architektur sicherlich auch Nicht-Kirchgänger begeistern. Während in Batalha Gothische Steinhauerei und Manuelinik in Pefektion besichtigt werden können, liegt das Besondere von Alcobaça für mich vor allem in der tragischen (und gruselige) Liebesgeschichte die sich um die dort platzierten Grabmäler von Dom Pedro (dem Grausamen) und Inês rankt: Der Thronfolger Pedro war in die schöne Inês aus Spanien verliebt, aber da der Papa keine Schwiegertochter aus dem Nachbarland duldete wurde sie hingerichtet. Als Dom Pedro schließlich König wurde, ließ er alle damals Beteiligten aufschlitzen und aß die Herzen jener öffentlich auf. Anschließend wurde Inês' Leichnam exhuminiert, auf einen Thron gesetzt und jeder, der zur Audienz kam musste ihre Hand küssen. Später wurden die beiden in Alcobaca beigesetzt, aber natürlich nicht zusammen in einem Grab, sondern in den beiden Seitenschiffen, sodass sie, wenn sie dann auferstehen sich anblicken können. Hach ja, was 'ne grausige Legende, aber sehr beliebt bei jung und alt in Portugal!
ein Verkaufsstand in Fátima
Wenn uns nach den Klosterbesuchen nach noch ein bisschen mehr Kirche und praktizierter Religion ist, führt uns unser Weg nach Fátima, dem drittwichtigsten Pilgerort der Katholiken. Ein Wallfahrtsort, wie er im Buche steht und wer noch nicht in Lourdes o.ä. war, sollte sich so etwas schon mal anschauen. Fluoreszierende, glitzernde oder übermenschgroße Marienstatuen, Rosenkränze und dazwischen Spielzeugpistolen für die Kleinen. Alles gibt' s hier zu kaufen. Vor allem auch Körperteile aus Wachs und Kerzen in allen Größen, um diese dann im Opferfeuer zu versenken. Ach so, der ganze Rummel findet hier statt, da dort 1917 drei Hirtenkinder mehrere Marienerscheinungen gehabt haben sollen und zudem drei geheime Prophezeiungen mitgeteilt bekommen haben sollen, die sich natürlich alle erfüllt haben.
Das sind mehr oder weniger die Highlights der Região Leiria, aber natürlich gibt es noch viele andere schöne Plätze, den riesigen Pinienwald und die Hügel mit schöner Aussicht und und und.

Auf einer Fahrt Richtung Lissabon dürfte nun auf gar keinen Fall ein Besuch in Óbidos (komplette, mittelalterliche Stadtmauer und lecker Kirschlikör), Peniche (Surferparadies), Caldas da Rainha (Künstlerstadt), den Grutas (Tropfstein-höhlen), Sintra und Mafra (Königspaläste wohin man schaut) fehlen.
Richtung Norden sollte man nicht an Coimbra (das portugiesische Heidelberg), Aveiro (das portugiesische Venedig) und am Serra da Estrella (Ski- und Wandergebiet) vorbeifahren ohne auszusteigen. Und von Porto aus sollte ein Ausflug nach Guimarães (EU-Kulturhauptstadt 2012), in den Gerês (Naturschutzgebiet mit schönen Lagunen, aber ich war noch nicht dort -steht auf dem Plan ganz oben!) und nach Valenca (Grenzstadt zu Spanien am Minho) drin sein.

Natürlich gibt es zu all diesen Orten viele Fotos, Erlebnisse und Anekdoten zu sehen/erzählen, aber IRGENDwas müssen wir ja auch noch in persona bequatschen können, wenn ich ca. 3 Monaten wieder in Deutschland bin...

Mittwoch, 7. März 2012

Highlights


Ai, ai, ai –nossa, o tempo vai tão rápido… Então, hoje o texto vai ser em português, ta bom?
Okay, na gut, is vielleicht bissl kontraproduktiv, wenn ich jetzt so weitermache. Ich moechte euch ja schliesslich, nach langer Zeit mal wieder, an meinem Leben teilhaben lassen. Zunächst einmal: Tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat. Aber ich bin hier eben mittlerweile im Alltag angekommen und da gibt es ja bekanntlich nicht immer soo viel Neues zu berichten, gell?
Die ersten zwei Monate dieses Jahres vergingen zudem einfach unglaublich schnell und ehe man sich versieht, ist hier schon mit aller Macht – nach einem zugegebenermassen sehr kurzen Winter - der Frühling eingekehrt. Wir haben täglich viel Sonne, 20 Grad und die Kirschbäume blühen, dass es kracht. Aber was habe ich so getrieben in letzter Zeit?
Amsterdam im Schnee
Ende Januar durfte ich als Begleitlehrerin für einen Kunst- Schüleraustausch mit nach Geldrop/Holland. Wir verbrachten eine wunderbare Woche in der Nähe von Eindhoven, wandelten auf den Spuren Van Goghs und einige unserer Schüler kamen zum ersten Mal in den Genuss von SCHNEE! Ganz nebenbei und unkompliziert liess ich mir dort auch einen Weisheitszahn ziehen, da dieser urploetzlich einen Wachstumsschub hatte und sich unangenehm in meine Wange bohrte.(So uncharmant das klingen mag, aber ich war ganz froh, dass ich das nicht in Portugal machen lassen musste…also: glückilcher Zufall!) Mitte April kommt dann der Gegenbesuch, auf den ich mich sehr freue, da wir jetzt natürlich zeigen wollen, was Portugal Schoenes zu bieten hat und ich mich auch supergut mit den holländischen Lehrern verstanden habe.
Badstrasse - Monopoli
Die Karnevalsferien verbrachte ich bei Alex in Italien und musste staunen: Es gibt Monopoli tatsächlich. Er hat es sich nicht ausgedacht –ich kann es nun bezeugen! Und es ist sogar richtig nett da. Schoene Kueste (wenn man von den obligatorischen Müllbergen Italiens absieht), lecker Cappuccino, gutes Conservatorio und jede Menge Regen. In Bari hab ich den gestohlenen (siehe Wikipedia!) hlg. Nikolaus besucht (und ihn gefragt, warum er letztes Jahr nicht nach Portugal kam … keine Antwort) und nach vier Tagen in Apulien ging’s dann nach Rom. Alex und ich genossen die gemeinsame Zeit sehr (Colosseo, Forum und co, Erasmus-Freunde treffen, in die Oper gehen und und und) und ganz, ganz bald kommt er ja dann auch hierher. J
Soenke-Liva-Mir
Ansonsten arbeite ich eben wie gewohnt weiter an diversen Projekten, Austauschen usw. Nächste Woche treten wir beim “Concurso Karaoke Alemão” in Lisboa an und räumen ganz bestimmt ab mit unserer besseren Version von Frida Gold “Wovon sollen wir träumen?”…ganz bestimmt. Und an den Wochenenden unternehme ich meist was Aktives mit Liva und Soenke. Letztes Wochenende verbrachten wir in der Serra da Estrella, dem einzigen Skigebiet Portugals und bestiegen bei so richtigem Shiitwetta (2 Grad, Nebel, Sturmboeen) den Torre, den hoechsten portugiesischen (Festland!) Berg.
Monsanto in der Serra -hier steht die Zeit still!
Ich hoffe, ihr seid alle gut durch den Winter gekommen und geniesst schon die ersten Frühlingsstunden! Lasst gelegentlich von euch hoeren –freue mich immer und antworte meist!
Ich werde auch schon ganz bald wieder hier was posten …hab das schon fest geplantJ!
Beijinhos
Eure Mirjam